1. Oktober 2026 Klaus Bullan: Die PISA-Studie 2025

Bildung auf historischem Tiefstand!

Zu den vielfältigen Gegenwartskrisen 2026 im nationalen und internationalen Umfeld gesellt sich der Zustand der Bildung hinzu – ein Bild, an das wir uns allerdings hierzulande seit spätestens dem Jahr 2001 gewöhnt haben: Es geht abwärts mit der Bildung.

Und das in Zeiten, in denen die Bundesrepublik Deutschland, Europa und viele Teile der Welt (zum Beispiel China) mitten in einem dramatischen demografischen Umbruch stecken, der mit immer weniger Geburten und einer immer älter werdenden Bevölkerung mit massiven Herausforderungen einhergeht.

Alternde Gesellschaften müssen verstärkt in ein exzellentes Bildungssystem investieren, in dem jeder einzelne junge Mensch die bestmögliche Bildung und Qualifikation erwerben kann. Die Daten von PISA 2025 zeigen, dass Deutschland und die meisten Teile Europas – im Gegensatz zu großen Teilen Asiens – dafür außerordentlich schlecht aufgestellt sind. Das Kompetenzniveau hat einen absoluten Tiefstand erreicht. Die Schüler*innen der untersuchten Länder haben heute weltweit einen geringeren Leistungs- und Kompetenzstand als im Jahr 2000.

Zentrale Befunde 2025

Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert wird die internationale Schulleistungsstudie PISA (Programme for International Student Assessment) von der OECD durchgeführt. In diesem Jahr nehmen insgesamt 91 Staaten, darunter alle 38 OECD-Mitgliedsstaaten und alle 27 EU-Länder teil. Getestet werden 15-Jährige in den Bereichen Naturwissenschaften, auf denen in diesem Jahr der Schwerpunkt liegt, Lesekompetenz und Mathematik. Neben Mittelwertvergleichen zwischen den getesteten Ländern und im Zeitvergleich werden sechs Kompetenzstufen ausgewiesen, wobei die Kompetenzstufe zwei den Mindeststandard darstellt, der erreicht werden soll, um ein selbstbestimmtes Leben in der komplexen Welt führen zu können und die Chance auf eine qualifizierte Arbeit zu haben.

Die Pisa-Ergebnisse haben in verschiedenen Ländern zu bildungspolitischen Aktivitäten geführt. In der Bundesrepublik Deutschland z.B., in der die ersten negativen Ergebnisse 2001 einen Schock ausgelöst haben, wurden die frühkindliche Bildung und die Ganztagsschulen ausgebaut, Lernstandsuntersuchungen flächendeckend eingeführt, die Inklusion an Schulen eingeführt und die Schulstruktur weiterentwickelt.

Die Ergebnisse zeigen, dass von 2000 bis 2012 ein leichter Aufwärtstrend an deutschen Schulen zu verzeichnen ist, ab 2012 zeigt der Trend steil nach unten. 2025 ist der Leistungsstand der Schüler*innen an deutschen Schulen auf einem historischen Tiefstand und weit unter dem schon erschreckenden Niveau aus dem Jahr 2000.

Klaus Bullan ist Mitherausgeber von Sozialismus.de.

Die komplette Leseprobe als pdf-Datei!

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