4. Juli 2021 Richard Detje/Otto König: Dem Bildungsarbeiter und Sozialpolitiker Horst Schmitthenner zum 80. Geburtstag

Die List der Geschichte

Horst Schmitthenner hat in wesentlichen Handlungsfeldern der IG Metall deutliche Spuren hinterlassen.

Der Streiter für soziale Gerechtigkeit und profilierte Vertreter der Gewerkschaftslinken in der Tradition des links-sozialistischen Flügels der Arbeiterbewegung hatte sich zunächst in der gewerkschaftlichen Bildungsarbeit, später dann in der Sozialpolitik engagiert. Erste Spuren in der politischen Bildungsarbeit hinterließ Horst als Assistent im Haus der Gewerkschaftsjugend in Oberursel und in der Heimvolkshochschule Falkenstein, darüber hinaus führte er für den IG Metall-Bezirk Frankfurt (heute: Mitte) zahlreiche Jugend- und Referentenseminare durch.

Es war am 3. September 1971, als die IG Metall in der westfälischen Kleinstadt Sprockhövel, in Anwesenheit des IG Metall-Vorsitzenden Otto Brenner und des Bundespräsidenten Gustav Heinemann ihr größtes Bildungszentrum eröffnete. Mit großem Engagement hatte Heinz Dürrbeck, von 1962 bis 1972 für die gewerkschaftliche Bildungsarbeit zuständig, den Aufbau des Zentrums vorangetrieben. Hier ist Horst in die hauptamtliche Arbeit eingestiegen. Gemeinsam mit vielen anderen ging es ihm darum, Klassenbewusstsein von Betriebsräten, Vertrauensleuten und Jugendvertretern zu entwickeln und damit die Kampfkraft der IG Metall zu stärken. Der »bildungspolitische Auftrag«, so der damalige IG Metall-Vorsitzende Otto Brenner, »der sich aus der unmittelbaren Interessenlage unserer Mitglieder im Produktionsprozess ergibt, kann und darf nicht zur Anpassung oder zur Vermittlung von Befriedungstechniken« führen. Es geht vielmehr um »die Aneignung eines größeren Freiheitsspielraumes, um mehr Rechte, um weniger Bevormundung und um mehr Demokratie«. Diese kritische Haltung gegenüber Bevormundung, aber auch das Infragestellen der herrschenden Machtverhältnisse waren für Horst und seine Kolleg:innen im bildungspolitischen Arbeitsfeld wichtige Leitlinien in den Seminaren.

Die Ausweitung des Seminarangebotes durch die Eröffnung des Bildungszentrums am Rande des Ruhrgebiets kam zum richtigen Zeitpunkt.

Richard Detje ist Mitarbeiter und Otto König ist Mitherausgeber von Sozialismus.de.

Bei diesem Beitrag handelt es sich um zwei »zusammengeschobene«, sich ergänzende Briefe an Horst Schmitthenner, die zusammen mit originellen persönlichen, gewerkschafts- oder linkspolitischen Sichtweisen und Glückwünschen von weiteren 126 Autor:innen in einem von Godela Linde, Hannelore Schmitthenner-Bopp, und Rainer Rilling initiierten singulären Geburtstagsbuch veröffentlicht sind, das am 4. Juli dem Geburtstagskind als Über­raschungsgeschenk überreicht wird.

Die komplette Leseprobe als pdf-Datei!

Quelle: https://www.sozialismus.de/detail/artikel/die-list-der-geschichte/