27. Dezember 2025 Joachim Bischoff/Friedrich Steinfeld

Die nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten von Amerika

»Dieses Dokument ist ein Fahrplan, der sicherstellen soll, dass Amerika die größte und erfolgreichste Nation in der Geschichte der Menschheit und die Heimat der Freiheit auf Erden bleibt«, schreibt Donald Trump in seinem Vorwort zur im November veröffentlichten neuen US-Sicherheitsstrategie.

Ein solcher Fahrplan sei überfällig gewesen. Denn alle bisherigen »amerikanischen Strategien seit dem Ende des kalten Krieges« hätten zu kurz gegriffen. Sie seien nur eine lange Liste von Wünschen, in »ihnen wurden vage Plattitüden formuliert und oft falsch eingeschätzt, was wir wollen sollten.«

Der Grund für dieses Scheitern: »Unsere Eliten haben die Bereitschaft Amerikas, für immer globale Lasten zu schultern […] völlig falsch eingeschätzt. Sie haben die Fähigkeit Amerikas überschätzt, gleichzeitig einen massiven Wohlfahrts-, Regulierungs- und Verwaltungsstaat sowie einen massiven Militär-, Diplomatie-, Geheimdienst- und Auslandshilfekomplex zu finanzieren. Sie setzten auf äußerst fehlgeleitete und destruktive Weise auf Globalismus und den sogenannten Freihandel, wodurch sie genau die Mittelschicht und die industrielle Basis aushöhlten, auf denen die wirtschaftliche und militärische Vorrangstellung Amerikas beruht.« Durch diese Strategien sei der Charakter der Nation massiv beschädigt worden. Präsident Tump und sein Team hätten es geschafft, das Ruder herumzuwerfen und einen Kurswechsel in Richtung einer neuen Blütezeit für Amerika einzuleiten.

Interregnum als geo-politische Ausgangslage

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges endete die geo-ökonomische und geo-politische Hegemonie Großbritanniens über den Globus (»Pax Britannica«), aber erst mit dem Ende des II. Weltkrieges entstand eine neue, von den USA dominierte westliche Hemisphäre mit einer zunehmend regelbasierten Wirtschafts- und Währungsordnung und einer neuen politischen Ordnung, mit entsprechenden internationalen Organisationen (Weltbank, Internationaler Währungsfonds, Welthandelsorganisation, UNO etc.)

Die Implosion des Sowjet-Imperiums gegen Ende des 20. Jahrhunderts markierte mit der ungeregelten Transformation in kapitalistische Marktwirtschaften das Scheitern des Staatssozialismus. Faktisch kam es zu einer wachsenden Weltunordnung. Die »Pax Americana« zerfiel zunehmend. Es entwickelte sich eine lange Phase geo-ökonomischer und vor allem geo-politischer Verwerfungen, die in einer ganzen Reihe von Kriegen der USA und im Gefolge auch westlicher Länder ihren Ausdruck fanden, die allesamt aber keine Probleme lösten, sondern nur noch mehr Probleme schufen. Hinzu kamen weitere grundsätzliche Herausforderungen wie die ökologische Transformation, die Digitalisierung sowie die demografische Entwicklung.

Die zweimalige Wahl von Donald Trump zum Präsidenten der USA kann als eine politische Reaktion von Teilen der US-Gesellschaft auf die geo-ökonomische und geo-politische Erosion der Rolle des Hegemons des 20. Jahrhunderts gesehen werden. Erkennbar vor allem daran, dass der Globale Süden an wirtschaftlichem Gewicht zunimmt und innerhalb desselben China sich von einem Entwicklungsland zu einem globalen Player, der die USA zunehmend auf Augenhöhe herausfordert, entwickelt.

Bruch der Elitenkonstellation und Umbau des Staatsapparates

Die neue Strategie ist ein Bruch mit den überkommenen Eliten und impliziert einen weitgehenden Umbau des US-Staatsapparates. 

Joachim Bischoff ist Mitherausgeber von Sozialismus.de, Friedrich Steinfeld Diplom-Psychologe, beide arbeiten mit in der Sozialistischen Studiengruppe (SOST). Sie beziehen sich auf die Veröffentlichung »National Security Strategy of the United States of America, November 2025« (www.whitehouse.gov/wp-content/uploads/2025/12/2025-National-Security-Strategy.pdf). Die Textpassagen wurden via Deepl ins Deutsche übersetzt, die / / gesetzten Seitenzahlen beziehen sich auf die Übersetzung, dürften indes in etwa der Ursprungsfassung entsprechen.

Die komplette Leseprobe als pdf-Datei!

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