27. Dezember 2025 Redaktion Sozialismus.de: Neuere Untersuchungen weisen eine wachsende Kluft zwischen Reichtum und Armut nach

Stoppt die Superreichen!

Die Kluft zwischen Armen und Reichen wächst nicht nur international, sondern auch national. Die Weltbevölkerung und die nationalen Gesellschaften driften auseinander. Das 21. Jahrhundert wird durch die Explosion der Ungleichheit geprägt. Auf der einen Seite sehen wir die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung.

Auf der anderen Seite wohnen und arbeiten die 5.000 reichsten Bürger*innen des Erdballs, zu denen z.B. Beispiel die Tech-Unternehmer Elon Musk, Jeff Bezos, Mark Zuckerberg, aber auch der Hamburger Oligarch Kühne gehören.[1]

Der gesellschaftliche Reichtum hat historische Höchststände erreicht, ist aber nach wie vor sehr ungleich verteilt. Die obersten 0,001% – weniger als 60.000 Multimillionär*innen – besitzen dreimal mehr Reichtum als die gesamte untere Hälfte der Menschheit zusammen. In fast jeder Region halten die obersten 1% allein mehr Vermögen als die unteren 90% zusammen.

Die ökonomische Ungleichheit ist nach wie vor sehr hoch. Das zeigt sich darin, dass die oberen 10% der globalen Einkommensverteilung zusammen mehr verdienen als die restlichen 90%, während die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung weniger als 10% des gesamten weltweiten Einkommens auf sich vereint. Der Reichtum ist noch stärker konzentriert: Die globalen oberen 10% besitzen drei Viertel des weltweiten Vermögens, während es 2% für die untere Hälfte sind (siehe Abb. 1). Ungleichheit ist seit Langem ein prägendes Merkmal der kapitalistisch dominierten Weltwirtschaft. Im Jahr 2025 erreicht sie ein Ausmaß, das dringend eine politische Intervention erfordert. Die Vorteile der Globalisierung und des Wirtschaftswachstums der letzten Jahrzehnte sind unverhältnismäßig stark einer kleinen Minderheit zu Gute gekommen, während ein Großteil der Weltbevölkerung nach wie vor Schwierigkeiten hat, einen stabilen Lebensunterhalt zu erzielen.
Solche Ungleichheiten sind nicht naturgegeben. Sie sind das Ergebnis politischer und institutioneller Entscheidungen. Der Bericht zur weltweiten Ungleichheit 2026 (auf Basis der World Inequality Database und neuer Forschungsergebnisse) zielt darauf ab, ein möglichst umfassendes Bild von Ungleichheiten in Bezug auf Einkommen, Vermögen (siehe Abb. 2), Geschlecht, das globale Finanzsystem, Klima und Politik zu vermitteln.

Auch in Deutschland besteht eine erhebliche Ungleichheit, die sich sowohl in der Einkommens- als auch in der Vermögensverteilung (siehe Abb. 3) zeigt. Die Reichsten besitzen einen überproportional großen Anteil des Vermögens, während der Anteil der ärmeren und mittleren Einkommensschichten gestiegen ist (siehe Abb. 4).

Verschärft wird dies durch Faktoren wie Erbschaften, die soziale Mobilität erschweren, und durch das Wachstum von Armut und Armutsgefährdung, das durch Krisen wie die Pandemie und die Inflation weiter angetrieben wurde. Armut und Ungleichheit sind keine Naturgesetze und es mangelt nicht an substanziellen und umsetzbaren Handlungsempfehlungen für die Politik.

[1] Der folgende Beitrag stützt sich im ersten Teil auf Lucas Chancel/Ricardo Gomez-Carrera/Rowaida Moshrif/Thomas Piketty (Koordination): Bericht zur weltweiten Ungleichheit 2026, Kurzzusammenfassung des World Inequality Lab. Siehe dazu auch die Pressemitteilung von Oxfam Deutschland vom 20. November 2025, »Vermögen von G20-Milliardär*innen ist in einem Jahr um 2,2 Bil­lionen US-Dollar gestiegen.«

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