Hoffnung in dunklen Zeiten
Dienstag, 20. Oktober 2026 | Berlin | 18:30 Uhr | Rosa-Luxemburg-Stiftung, Straße der PariserKommune 8A
Buchpremiere mit Ines Schwerdtner und Dieter Klein, der unlängst seinen 95. Geburtstag feiern konnte, zu dessen neuem Buch, in dem er unter anderem Elemente einer Großen humanistischen sozialistischen Erzählung entwickelt. Das Gespräch wird moderiert von der Journalistin Lea Fauth. Die Veranstaltung wird auch per Livestream übertragen. Zur Anmeldung dafür kommt man unter info.rosalux.de/#Buchung/b216a.

Das VSA: Programm für Herbst und Winter 2026/2027 ist online. Die Vorschau kann zudem als pdf-Datei heruntergeladen werden.

Dieter Klein
Hoffnung in dunklen Zeiten
Auf der Suche nach einer Großen humanistischen sozialistischen Erzählung
Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung
264 Seiten | € 16.80
ISBN 978-3-96488-283-7

Clara Zetkin
Der deutsche Stalinismus
Eine politische Abrechnung in zwei Briefen
Herausgegeben von Jörn Schütrumpf
Eine Veröffentlichung der Rosa-Luxemburg-Stiftung
176 Seiten | € 19.80
ISBN 978-3-96488-280-6

Ulrich Bochum/Jeffrey Butler/Klaus Kohlmeyer/Stephanie Odenwald
Berlin: l(i)ebenswert, innovativ, rebellisch
Die wachsende Stadt muss für alle bezahlbar gemacht werden
224 Seiten | € 14.00
ISBN 978-3-96488-271-4

Hans-Jürgen Urban (Hrsg.)
Gute Arbeit vor dem Aus?
Konflikte um Arbeitsstandards in der Transformation
Arbeitspolitik: Theorie, Praxis, Strategie, Ausgabe 2026
144 Seiten | € 12.00
ISBN 978-3-96488-277-6

Peter Müller
Strategische Betriebsräte
Ein Praxisbuch für erfolgreiche Interessenvertretung von Beschäftigten
Mit einem Vorwort von Christoph Meister (ver.di-Bundesvorstand)
176 Seiten | € 16.80
ISBN 978-3-96488-264-6

Manfred Weißbecker/Mario Keßler/Christoph Kopke
Aufrüstung, Krieg, Faschismus
Die Bedeutung der DDR-Faschismusforschung für heute
88 Seiten | € 12.00
ISBN 978-3-96488-261-5

Freerk Huisken
Schule, die 5. Gewalt
Die Zurichtung des Nachwuchses für Staat und Kapital
152 Seiten | € 14.00
ISBN 978-3-96488-269-1

20. Oktober 2026 Redaktion Sozialismus.de: Die »No Kings«-Proteste vor den Midterms

»Democracy is on the ballot! Vote early«

Foto: Screenshot tagesschau

Die »No Kings«-Bewegung hat erneut landesweit gegen die Machenschaften von US-Präsident Donald Trump demonstriert. Diesmal stand die Mobilisierung von Wählern im Mittelpunkt. Tausende, sind erneut in verschiedenen Städten dem erneuten Aufruf des Bündnisses gefolgt. Der Vereinigung gehören etwa 200 Organisationen an, darunter die American Civil Liberties Union und die League of Women Voters.

Bei vergangenen Protesten des Bündnisses kamen Millionen im ganzen Land wegen einer Vielzahl von Themen zusammen: Razzien gegen Einwanderer, Haushaltskürzungen, Entlassungen im öffentlichen Dienst etc. Das zentrale Ziel bestand darin, die Politik von Trump öffentlich und vehement anzuprangern.

Doch dieses Mal war die Botschaft eine andere: Geht wählen. Und tut es frühzeitig. Angefangen von diversen Protestveranstaltungen in New York kamen nach Angaben der Veranstalter Zehntausende auf insgesamt rund 3.000 Kundgebungen im ganzen Land zusammen. In Metropolen wie Atlanta, Dallas, Los Angeles und New York City warfen die Demonstranten Trump vor, die Demokratie zu gefährden und sich wie ein Alleinherrscher zu benehmen. Es war der vierte landesweite »No Kings«-Aktionstag gegen den Präsidenten.

Die Proteste fanden zweieinhalb Wochen vor den Kongress-Zwischenwahlen statt, bei denen den Republikanern laut Umfragen eine Niederlage droht. Die oppositionellen Demokraten hoffen, angesichts des Unmuts in der Bevölkerung über gestiegene Lebenshaltungskosten und den Iran-Krieg, Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus zu gewinnen. Damit könnten sie Trump das Regieren erheblich erschweren. Die nächsten Präsidentschaftswahlen finden Ende 2028 statt.

Überall waren die Proteste von originellen Aktionen und Parolen begleitet. In New York stand am Fuß einer Treppe ein Mann in orangefarbenem Häftlingsoverall mit Trump-Maske. Er reckte den Daumen in die Höhe. Neben ihm tanzt eine Frau im Kostüm eines Verkehrskegels, auf dem »Stop ICE« stand. »Defeat Maga« war auf vielen Schildern zu lesen, bezogen auf Trumps Bewegung »Make America Great Again«, auf nderen »Most corrupt president ever«.

Andere hatten sich vor einem Postamt versammelt, denn im März hatte Präsident Trump per Anordnung versucht, die Briefwahl einzuschränken. Die Post sollte von den Bundesstaaten Listen aller Briefwähler bekommen und Stimmzettel von Menschen, die nicht darauf stehen, ihnen nicht mehr zustellen.

Trump hat selbst schon per Brief gewählt. Trotzdem sagte er im März: »Briefwahl heißt Betrug per Brief.« Belege dafür legten seine Anwälte vor Gericht nicht vor. Mitte September stoppte der Supreme Court die Regeln für die anstehende Wahl. Die Post muss die Unterlagen wie gewohnt zustellen.

Die Sorge ist damit nicht verschwunden. Am 3. November wählen die Amerikaner das gesamte Repräsentantenhaus und ein Drittel des Senats neu. Nur knapp die Hälfte der Amerikaner glaubt, dass die »Midterms« frei und fair ablaufen. Die Organisatoren von »No Kings« rechnen mit zahllosen Versuchen, die Wahl zu untergraben. Deswegen dieser Aktionstag im ganzen Land. Überparteilich, wie es sich das Bündnis gewünscht hatte, war der Protest allerdings nicht.

Dennoch kamen vielerorts kamen Hunderte zu den lokalen Veranstaltungen zusammen. In Lansing, der Hauptstadt Michigans, zogen Teilnehmer mit Musik um das Kapitol. In Philadelphia warf ein Mann seinen Stimmzettel direkt während der Kundgebung im Rathaus ein. In Dallas nahmen auch ehemalige Republikaner an der Kundgebung teil. Pam und Royce Mitchell unterstützten früher George W. Bush. Heute wählen sie die Demokraten, sagten sie der »New York Times«. Auch vor Trumps Anwesen Mar-a-Lago in Florida standen Demonstranten. Der Präsident flog am Nachmittag zu einem Wahlkampfauftritt nach Kentucky. »Dem Land geht es großartig«, sagte er dort.

250 Jahre nach der Unabhängigkeit der USA beschwören viele Amerikaner mit Schildern wie »Keine Könige seit 1776« den Widerstand gegen einen sich wie ein Monarch gebender Präsident, den die »No Kings«-Website sowohl als einen König als auch einen Tyrannen bezeichnet. Aber sie wissen auch, dass Trump ein gewählter Präsident, kein König und genau genommen auch kein Tyrann mit grenzenloser Macht ist.

Die Aktivisten befürchten gleichwohl nicht, dass man seine Macht mit dem Slogan unnötig aufblasen könnte: »In den USA stehen Könige für antidemokratische Führer, die glauben, sie hätten das göttliche Recht zu herrschen.« »No Kings« sei daher ein Slogan, der Kritik auf einen Nenner bringe. Er verweise auf den revolutionären Aufstand gegen König Georg III. und somit demokratische und amerikanische Werte.

Trumps Lager denunziert die »No Kings«-Proteste nichtsdestotrotz als »Amerika-Hass-Kundgebungen«. Für die Demonstranten geht Hass und Gewalt aber gerade vom Präsidenten und seinen MAGA-Anhängern aus und halten Freundlichkeit und Empathie als amerikanische Werte dagegen. Denn es tobe »ein Krieg um die Deutungshoheit, was als proamerikanisch gilt und was den Kern amerikanischer Identität ausmacht«. Liberale und Linke hätten das seit dem Vietnamkrieg nach und nach den Rechten überlassen, während »No Kings« das langsam wieder ändere. Laut einer Umfrage von NBC vom November 2025 unterstützten vier von zehn US-Wählern »No Kings« und nur drei von zehn MAGA.

Wähler*innen dazu zu bewegen, auch ihre Stimme abzugeben, sind wichtig in einem Land, das sich nach seinem Selbstverständnis vor allem durch Wahlen verändern lässt. Bislang habe die Linke zwar große Proteste organisiert, die Rechte aber Wahlen gewonnen – vor diesem Effekt warnte die US-Politologin Elizabeth McKenna. Für den Politikwissenschaftler Jeremy Pressman war »No Kings« aber bereits an den Wahlsiegen demokratischer Kandidatinnen im November und Trumps sinkender Beliebtheit beteiligt. Auch der Rückzug von ICE-Einsatzkräften aus Minneapolis-Saint Paul sei ein konkreter Erfolg.

Bei den jünsten Protesten hat die »No Kings«-Bewegung gelernt und will zweieinhalb Wochen vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen mit dem Schwerpunkt, Wähler*innen zur rechtzeitigen Stimmabgabe zu motivieren, dazu beitragen, diesmal Wahlen auch zu gewinnen. Denn die oppositionellen Demokraten könnten angesichts der Wut über die gestiegenen Lebenshaltungskosten und den in der Bevölkerung unbeliebten Iran-Krieg Mehrheiten in Senat und Repräsentantenhaus erreichen. Damit könnten sie Trump das Regieren erheblich erschweren.

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