In Kooperation mit

Das VSA: Herbstprogramm

Claudia von Braunmühl/
Heide Gerstenberger/Ralf Ptak/
Christa Wichterich (Hrsg.)
ABC der globalen (Un)Ordnung
Von »Anthropozän« bis »Zivilgesellschaft«
In Kooperation mit
Friedrich-Ebert-Stiftung, taz und Wissenschaftlichem Beirat von Attac
272 Seiten | Klappenbroschur |
EUR 12.00
ISBN 978-3-96488-003-1

Erik Olin Wright
Linker Antikapitalismus im 21. Jahrhundert
Was es bedeutet, demokratischer Sozialist zu sein
128 Seiten | Aus dem Englischen von Tim Jack und Daniela Kreuels |
EUR 12.80
ISBN 978-3-96488-006-2

Stephan Krüger
Profitraten und Kapitalakkumulation in der Weltwirtschaft
Arbeits- und Betriebsweisen seit dem 19. Jahrhundert und der bevorstehende Epochenwechsel
344 Seiten | durchgehend mit farbigen Abbildungen | EUR 24.80
ISBN 978-3-96488-023-9

Benjamin-Immanuel Hoff/Heike Kleffner/Maximilian Pichl/Martina Renner (Hrsg.)
Rückhaltlose Aufklärung?
NSU, NSA, BND – Geheimdienste und Untersuchungs­ausschüsse zwischen Staatsversagen und Staatswohl
272 Seiten | EUR 19.80
ISBN 978-3-89965-791-3

Erhard Crome
Deutschland auf Machtwegen
Moralin als Ressource für weltpolitische Ambitionen
192 Seiten | EUR 16.80
ISBN 978-3-96488-002-4

Ursula Prutsch
Populismus in den USA und Lateinamerika
200 Seiten | EUR 16.80
ISBN 978-3-96488-001-7

Frank Bsirske/Klaus Dörre/Jeanne Chevalier/Andrea Ypsilanti u.a.
Ein anderes Europa ist möglich
Demokratisch, friedlich, ökologisch, feministisch, solidarisch
Herausgegeben von Attac
256 Seiten | EUR 16.80
ISBN 978-3-89965-844-6

17. Mai 2019 Redaktion Sozialismus.de

Johanna Klages (1935-2019)

Wir trauern um unsere Freundin, Genossin und Autorin Johanna Klages. Sie arbeitete lange Jahre als Dozentin an der Hamburger »Hochschule für Wirtschaft und Politik« (HWP) und anschließend als Referentin zu soziologischen und aktuellen politisch-theoretischen Themen.

Dem Zeitschriftenprojekt war sie als Mitarbeiterin und Autorin verbunden. Im Zusammenhang mit den Bemühungen, die Transformation des modernen Kapitalismus zu verstehen und zu erklären, galt Johannas besondere Aufmerksamkeit den Struktur- und Machtverschiebungen im politischen Feld und der Verschärfung der Krise der Repräsentation. Das war auch das Thema ihres im VSA: Verlag erschienenen Buches Meinung | Macht | Gegenmacht. Die Akteure im politischen Feld; zuvor hatte sie dort die Bände Facetten der Cyberwelt – 2002 gemeinsam mit Siegfried Timpf – und Kapitalismus am Ende des 20. Jahrhunderts – 1997 gemeinsam mit Peter Strutynski – herausgegeben.

Die Phase der Verallgemeinerung des Sozialeigentums, der Teilhabe an kollektiven Möglichkeiten und Rechten ist umgeschlagen in eine Tendenz der kontinuierlichen Verschärfung der sozialen Spaltung und in ein Regime der Unsicherheit. Johanna verfolgte den Umbau des Sozialsystems, der die »bloßen Individuen« zu schlechteren und diskriminierenden Absicherungsformen drängte. Vor allem die Situation der Migrant*innen und insbesondere der Frauen empfand sie als besonders bedrückend.

In der letzten Zeit befasste Johanna sich mit der täuschenden Fassade von linksliberal-individualistischen Fortschrittsvorstellungen (siehe hierzu auch ihre Intervention »Frauenbefreiung und Rechtspopulismus« im Supplement 9-2016 von Sozialismus.de Marxismus-Feminismus. Frauen im Neoliberalismus). Hinter dem Trugbild stehe weiterhin Lohndruck, geringere Arbeitsplatzsicherheit und immer weiter sinkender Lebensstandard. Eine wachsende Zahl alleinlebender und alleinerziehender Frauen könne mit dem Dauerdiskurs über »Vielfalt«, »Frauen-Empowerment« und dem »Kampf gegen Diskriminierung« wenig anfangen.

Diese Konstellation wurde auch ermöglicht durch die Schwäche der politischen Linken. Das Fehlen einer schlüssigen linken Erzählung – so ihre These – sei letztlich mitverantwortlich für die Vernachlässigung potenzieller Gemeinsamkeiten zwischen der Bewegung der Lohnabhängigen und den neuen sozialen Bewegungen. Ihre Befürchtung war, dass diese beiden Pole einer potenziell mächtigen Linken weiter auseinanderdriften und so auch Gefahr laufen, als unvereinbar stilisiert und gegeneinander ausgespielt zu werden.

Johanna hat sich seit den rauen Zeiten der Studentenrebellion immer aktiv in die politisch-kulturellen und sozialen Auseinandersetzungen eingemischt. Sie wird uns fehlen.

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