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21. September 2020 Redaktion Sozialismus

Rossana Rossanda ist tot

Die »große alte Dame des italienischen Kommunismus« (Heinz Bierbaum) verstarb am 20. September im Alter von 96 Jahren in Rom.

Sie gehörte »ohne Zweifel zu den prominentesten Vertretern der italienischen Linken, auch wenn sie selbst kein ›Mythos‹ sein« wollte, wie Heinz Bierbaum in seiner Besprechung zu ihrer 2005 erschienenen Biographie »Die Tochter des 20. Jahrhunderts« (in deutsch erschienen 2007 bei Suhrkamp) notiert, in der er zudem Details ihres politischen Lebens und Wirkens nachzeichnet.

Geboren 1924 in Pola (Istrien) wuchs sie in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf, studierte Philosophie und Literatur in Mailand, nimmt an Partisanenaktionen der antifaschistischen Resistenza und tritt bereits 1943 in die italienische kommunistische Partei (PCI) ein. Der damalige Parteichef Palmiro Togliatti erkennt ihr politisches Talent und ernennt sie früh zur Verantwortlichen für die Kulturpolitik der Partei. 1959 wird sie in deren Zentralkomitee und 1963 als Abgeordnete ins italeinische Parlament gewählt. 1969 gründet sie u.a. mit Lucio Magri und Luciana Castellina die Zeitschrift »Il manifesto«, die scharfe Kritik an der aus ihrer Sicht beschwichtigenden Haltung der PCI im »heißen Herbst« übte. Zusammen mit diesen wurde sie wegen »Linksabweichung« aus der Partei ausgeschlossen.

Aber auch nach ihrem Ausschluss mischte sie sich immer wieder in gewerkschaftliche (siehe hierzu das Gepräch, das sie mit dem Generalsekretär der CGIL, Sergio Cofferati, führte, dokumentiert in der Juli-Ausgabe 2002 der Zeitschrift Sozialismus) und politische Debatten ein. So veröffentliche sie 1995 gemeinsam mit Pietro Ingrao den Essay-Band »Appuntamenti di fine soccolo«, der – ergänzt um einen Briefwechsel zwischen den beiden und Diskussionbeiträgen deutscher Autor*innen – 1996 unter dem Titel  Verabredungen zum Jahrhundertende im VSA: Verlag erschien. Die darin dokumentierte »Debatte über die Entwicklung des Kapitalismus und die Aufgaben der Linken« thematisierte Probleme, an deren Lösung die Linke noch heute laboriert (wir dokumentieren aus Anlass von Rossanas Tod ihren Brief vom 10. Oktober 1994 an Pietro Ingrao).

Carl Wilhelm Macke verweist in seinem Nachruf im Deutschlandfunk darauf, dass für »die letzte Kommunistin« Politik »immer auch eine ›education sentimentale‹ war, die durch Leiden und Leidenschaften, durch Freundschaften und Kontroversen, durch Vertrauen und Abschied führt. Mit dieser heute antiquiert erscheinenden Vorstellung von Politik, mit ihren Idealen, ihrem Stil zu leben und zu schreiben, ist es in den letzten Jahren um linke Intellektuelle wie Rossana Rossanda tatsächlich sehr einsam geworden.« Es lohnt allemal, ihr Wirken und ihre Argumente in Erinnerung zu behalten.

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