Tipps statt Termine

An dieser Stelle verweisen wir sonst auf Veranstaltungen zu aktuellen politischen Themen. Da diese meist aufgrund der Covid 19-Pandemie bis auf weiteres abgesagt worden sind, einige Hinweise darauf, wie Weiterbildung & Aktion im Netz trotzdem gehen können. Sofern Webinare, Live-Streams oder Online-Konferenzen termingebunden sind, sind sie weiter unten aufgeführt.

Winter adé
In der (äußerst ergiebigen) Mediathek der Bundeszentrale für politische Bildung findet sich dieser Dokumentarfilm von Helke Misselwitz aus dem Jahr 1988.
Ein Jahr vor dem Fall der Mauer fängt die Regisseurin auf ihrer beeindruckenden, in Schwarz-Weiß gedrehten Reise durch die DDR die Stimmung im Land und die Hoffnungen, Wünsche und Enttäuschungen insbesondere der Frauen ein. Zusätzlich gibt es in der Mediathek ein 2018 geführtes Gespräch mit der Regisseurin über diesen Film und seine Entstehungsbedingungen in der DDR. »Winter adé« empfiehlt sich nicht zuletzt als Ergänzung für die in Sozialismus 4/2020 dokumentierten Beiträge von Frauen zur Strategiekonferenz der LINKEN am 29.2/1.3.2020, aber z.B. auch zu »Frauen in der DDR und der BRD – ein Vergleich« von Ursula Schumm-Garling in Sozialismus 11/2019, S. 35ff.

Die Linke und die globale Pandemie
Das europäische Netzwerk transform! webinare Videos zu den strategischen Herausforderungen der Covid-19-Pandemie und Alternativen der Linken. Mit Beiträgen des Mitherausgebers des »Socialist Register«, Leo Panitch, interviewt von Kate Hudson; Luciana Castellina und Nancy Frazer, interviewt von Haris Golemis; sowie Alex Demirovi im Gespräch mit Gerassimos Kouzelis. Weitere Webinare setzen sich mit der Lage der Flüchtlinge auf dem Balkan und in Griechenland in Zeiten der Pandemie auseinander.

Globale Solidarität
»Unsere Welt gerät aus den Fugen: Soziale Spaltung, Ungleichheit, Wirtschaftskrise, Klimakatastrophe und der Aufstieg eines neuen Autoritarismus stellen unsere Zivilisation grundlegend infrage. Der Kapitalismus ist gescheitert, ob in seiner protektionistischen oder globalisierten Variante, und es wird immer klarer, dass vernünftige Antworten auf diese drängenden Zukunftsfragen demokratisch und sozialistisch sein müssen.« Dieser Aufgabe stellt sich das Dossier der Rosa-Luxemburg-Stiftung: Globale Solidarität – für einen Internationalismus der Zukunft.

Soziale Ungleichheit
Inzwischen haben 725.000 Betriebe Kurzarbeitergeld beantragt. Einer Hochrechnung der Hans-Böckler-Stiftung zufolge sind annähernd vier Millionen Beschäftigte von Kurzarbeit betroffen. Nach einer HBS-Befragung sind »Beschäftigte in niedrigeren Einkommensgruppen … häufiger in Kurzarbeit als Arbeitnehmer mit höheren Einkommen. Nur 32% der Betroffenen berichten, dass sie eine betriebliche Aufstockung erhalten, für die Mehrheit der Beschäftigten (52%), vor allem Frauen, gilt das nicht. Von den Befragten, die in Kurzarbeit sind und keine Aufstockung erhalten, geben 40% an, in dieser Situation maximal drei Monate finanziell durchhalten zu können.« Zudem kommt es verstärkt zu einem Rückfall in traditionelle Formen geschlechtlicher Arbeitsteilung. Zur Befragung ­äußerte sich siehe auch die designierte WSI-Direktorin Bettina Kohlrausch in der verlinkten Presseerklärung.

19. Juni 2020bis 21. Juni | Bielefeld | ver.di Bildungszentrum »Das Bunte Haus«, Senner Hellweg 461

Rechts. National. Sozial?

Die 14. ver.di-DruckTage der Fachgruppe Verlage, Druck und Papier sind diesmal dem Thema Rechtspopulismus und Gewerkschaften gewidmet. Sie sitzt in jedem Landesparlament und in jeder Talkshow. Jetzt geht die AfD den nächsten Schritt: Sie dringt in die Betriebe vor. AfD’ler kandidieren als Betriebsräte und präsentieren sich als die wahren Interessenvertreter. Damit nicht genug: Mit ihrem Rentenkonzept führt sie sich auf wie der Anwalt der kleinen Leute. Bewusst übernehmen sie gewerkschaftliche Positionen. Die AfD als neue Partei der sozialen Gerechtigkeit? Was ist dran? Was bezweckt sie damit? Wie wir den Einfluss der AfD in den Betrieben und in der Gesellschaft verhindern, darüber wollen wir diskutieren. Darüber hinaus gibt es an diesem Wochenende gutes Essen, gute Gespräche, gute Musik und am Sonntagmorgen eine exklusive Führung durch die Gedenkstätte Stukenbrock.
Das Tagungsprogramm kann hier als pdf-Datei heruntergeladen werden.
Teilnehmer*innenbeitrag für das Rahmenprogramm: ver.di-Mitglieder 50 €; Sonderpreis für Erwerbslose, Auszubildende und Studierende bei ver.di-Mitgliedschaft 25 €; Nichtmitglieder 165 €.
Anmeldungen bitte bis zum 30. April 2020, gern auch per E-Mail an frauke.menze[at]verdi.de.
Diese Veranstaltung wird konzipiert, organisiert und durchgeführt vom ver.di Institut für Bildung, Medien und Kunst in Kooperation mit dem DGB-BW NRW und der ver.di Fachgruppe Verlage, Druck und Papier.

Quelle: https://www.sozialismus.de/tipps_statt_termine/