Bitte auf der Website der Veranstalter nachschauen, ob die Präsenzveranstaltungen stattfinden.

Spurwechsel
Die Transformation ist in vollem Gange. Die Stichworte für den Umbau der Automobilindustrie in Deutschland sind Transnationalisierung, verschärfte Konkurrenz und Verlagerungen, Rationalisierung, Digitalisierung und schließlich die ökologische Modernisierung mit dem Antriebswechsel auf E-Mobilität. Alles dies ist verbunden mit Druck auf tarifliche Standards, Löhne und Arbeitsbedingungen, wachsenden Anforderungen und Arbeitsverdichtung, Unsicherheit und Beschäftigungsabbau in Größenordnungen von mehreren Hunderttausend. Wenig wahrscheinlich ist, dass in diesem kapitalseitig betriebenen Umbau die Interessen der Beschäftigten verteidigt und Umwelt und Klima ausreichend geschützt werden. Deshalb werden eigenständige und weitergehende Konzepte für eine gerechte Mobilitätswende und einen sozial-ökologischen Umbau der Mobilitätsindustrien benötigt. Die haben Mario Candeias und Stephan Krull in dem von ihnen herausgegebenen Band »Spurwechsel« zusammengetragen. Sie stellen sie in der nächsten Zeit auf folgenden Veranstaltungen vor:
2.7.2022 | Stuttgart | 10.00 Uhr | Gewerkschafts-/Willi-Bleicher-Haus, Willi-Bleicher-Str. 20. Im Rahmen des von der RLS Baden-Württemberg organisierten Kongresses zu gerechter Mobilitätswende, Sicherung von Arbeitsplätzen & alternative Produktion in Baden-Württemberg diskutieren außerdem Antje Blöcker (Westfälische Hochschule), Kai Burmeister (DGB BW), Ljiljana Culjak (BR Mahle-Behr), Prof. Klaus Dörre (Uni Jena), Bernhard Knierim (»Bahn für alle«), Jobst Kraus (BUND BW), Sabine Leidig (»Bündnis ÖPNV braucht Zukunft«), Andreas Müller (EVG), Bernd Riexinger (MdB, Die LINKE), Hannes Rockenbauch (Stadtrat), Roland Schäfer (BR, Daimler Untertürkheim), Nisha Tossaint-Teachout (FFF Stuttgart) u.v.a.m.

Organizing – Wen muss die Klimabewegung eigentlich aktivieren, um Erfolg zu haben?
27.6.2022 | Frankfurt a.M. | 19:00 Uhr | Club Voltaire, Kleine Hochstr. 5
Die Gretchenfrage der Klimabewegung lautet: Wie schaffen wir es, eine solche Schlagkraft zu erreichen, dass die Politik sich gezwungen sieht, die CO2-Emissionen in kurzer Zeit stark zu senken und sie die dafür notwendigen Veränderungen auch noch sozial gerecht gestaltet? Einen Ausweg könnte das Konzept des Organizings bilden. »Es ist für das Umwelt- und Klassenbewusstsein wichtig, die Klimabewegung an die Gewerkschaften heranzuführen und umgekehrt«, so Katharina Stierl, die im Rahmen der KlimaKneipe referieren wird. Ihr Fokus ist die Vernetzung der FridaysForFuture-Bewegung mit Gewerkschaften. Mit ihr wird darüber gesprochen, wie Organizing funktioniert, wie es derzeit um die Vernetzung mit den Gewerkschaften steht und warum Klimagerechtigkeit nicht nur eine Generationenfrage ist.
Eine Veranstaltung vom KoalaKollektiv, Verein zur Förderung von Klimagerechtigkeit e.V.

Folgen des Ukrainekrieges
30.6.2022 | Buchholz/Nordheide | 19:00 Uhr | Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh, Ahornweg 45
Diskussionsveranstaltung mit Joachim Bischoff, Mitherausgeber der Monatszeitschrift Sozialismus.de
Jeder Krieg ist mit immensem humanitärem Elend und großen wirtschaftlichen Verwüstungen verbunden. Im Ukrainekrieg ist mit Russland ein großer Energieexporteur und mit der Ukraine ein wichtiger Exporteur zahlreicher anderer Rohstoffe, insbesondere von Getreide, verwickelt. Allein die Einschränkung dieser Exporte hat enorme Rückwirkungen auf andere Weltregionen. Zugleich ist eine neue Form des Krieges – ein Weltwirtschaftskrieg – aufgelegt worden, in den Währungen und Finanzen zu Waffen gegen den Feind geworden sind. Es geht um die Abschaltung und Schädigung des russischen Finanzsystems. Der Krieg in der Ukraine hat die De-Globalisierung, die bereits seit einigen Jahren im Gange ist, beschleunigt. Die Pandemie, der Krieg in der Ukraine und der Wirtschaftskrieg erschüttern den Welthandel, was zu einer Rezession und zur Fragmentierung in geopolitische Blöcke führen dürfte. Der Krieg in der Finanzwelt wird diese Entwicklung nur beschleunigen und das Dollarbasierte Weltwährungssystem beschädigen. Der Westen nutzt die Chance zu einer lang nachwirkenden Schwächung des militärischen, wirtschaftlichen und politischen Potenzials von Russland.
Eine Veranstaltung des Rosa Luxemburg Club Nordheide in Zusammenarbeit mit der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e.V.. Der Eintritt ist frei.

Politisch-kriegerische Zeitenwende: Ökologisch-sozialer Aufbruch jetzt erst recht
5.7.2022 | Berlin | 19:00 Uhr | Helle Panke e.V., Kopenhagener Str. 9
Mitten in die viel zu spät begonnene ökologische Transformation mit sozialer Absicherung platzen die wirtschaftlichen Lasten durch den Krieg und durch die gegen ihn gerichteten Sanktionen. Dazu kommt die Finanzierung massiv steigender Militärausgaben. Was sind die geostrategischen Interessen Russlands? Welches sind die Auswirkungen für die EU und die deutsche Wirtschaft? Droht gesamtwirtschaftlich eine Rezession zusammen mit hohen Inflationsraten? Es referiert Rudolf Hickel, moderiert wird die Veranstaltung von Klaus Steinitz.
Eine Veranstaltung von Helle Panke e.V. – Rosa-Luxemburg-Stiftung Berlin.

Sozialismus. Geburt und Aufschwung – Widersprüche und Niedergang – Perspektiven
Jena | 15.7.2022 | 13:00-17:00 Uhr | Großer Rosensaal, Fürstengraben 27
»Drei Jahrzehnte nach dem Triumpf des Kapitalismus und Liberalismus wird im öffentlichen Diskurs wieder intensiv über Sozialismus diskutiert – als ›Rote Gefahr‹ auf der einen, als politisches Projekt zur Überwindung der Krisen und der sozialen Ungleichheit im globalen Finanzmarkt-Kapitalismus auf der anderen Seite.« Mit diesen Worten leitet Frank Deppe, einer der führenden Marxisten unserer Zeit, sein Buch Sozialismus. Geburt und Aufschwung – Widersprüche und Niedergang – Perspektiven ein. Die neue Blockkonfrontation, den Ukraine-Krieg und die aktuelle Krise der deutschen Linken vor Augen, stellt Frank Deppe die Hauptthesen seines Buchs im Rahmen einer kleinen Konferenz zur Diskussion.
Hat der Sozialismus im 21. Jahrhundert eine Zukunft? Hält er Lösungen für die drängenden Gegenwartsprobleme bereit? Welche sozialen Kräfte könnten neue sozialistische Projekte tragen? Gibt es Ansätze für erfolgreiche sozialistische Politik? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt der Jenaer Tagung zum »Sozialismus im 21. Jahrhundert«. Die Veranstaltung findet zu Ehren von Frank Deppe statt, der im vergangenen Jahr seinen 80. Geburtstag gefeiert hat. Es sprechen und diskutieren: Frank Deppe, Michael Brie, Janine Wissler, Ines Schwerdtner und viele andere. Bodo Ramelow würdigt den Marburger Politikwissenschaftler in einer Grußbotschaft.
Die Veranstaltung ist ein gemeinsames Projekt des Bereichs »Arbeits-, Industrie- und Wirtschaftssoziologie« und der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Gastgeber ist Klaus Dörre (FSU Jena).

Quelle: https://www.sozialismus.de/tipps_termine/