Tipps zum Sehen, Zuhören, Diskutieren

Da erneut keine Veranstaltungen »live« stattfinden, machen wir Vorschläge zu Bildungs- und Diskussionsangeboten via Internet.

Prekarisierung und Digitalisierung
12.1., 18:00-20:00 Uhr | Online
Der Neoliberalismus hat die einst stabilen betriebsöffentlichen Arrangements zur Disposition stellt, lautet die Ausgangsthese des Vortrags von Ulrich Brinkmann und Heiner Heiland (Institut für Soziologie, TU Darmstadt). Mit den Leiharbeitern und Werkverträglern werden einem beträchtlichen Teil des Demos seine Organisationsmitgliedschaft und damit zentrale Teilhaberechte genommen; gleichzeitig werden die Vertretungsinstitutionen der Belegschaften geschwächt. Das neue Gesicht betrieblicher Öffentlichkeiten zeigt sich auch daran, wie sich die Digitalisierung über die herrschaftsförmige Herstellung und vor allem Verhinderung von Transparenz Bahn bricht. Exemplarisch werden die Gefahren einer Refeudalisierung betrieblicher Öffentlichkeiten beleuchtet. Anmeldung per E-Mail erforderlich: anmeldung@rls-hamburg.de. Der Zoom-Link wird am Tag der Veranstaltung verschickt.

»Ich war, ich bin, ich werde sein«
15.1., 19:00-20:00 Uhr | Online
Am Jahrestag der Ermordung Rosa Luxemburgs wird in Chemnitz der Revolutionärin traditionell gedacht, indem am Rosa-Luxemburg-Gedenkstein auf dem Brühl aus ihren Texten gelesen wird. Aufgrund der Corona-Pandemie wird die Lesung mit Christine Pastor, Carolin Juler, Nikos Richter und Mike Melzer als Filmbeitrag am 15. Januar im Youtube-Kanal der RLS Sachsen ausgestrahlt.

Erbschaftsstreit
»Am 18. Januar 2021 wird der 150. Jahrestag der Gründung des Deutschen Reiches begangen. In den absehbaren Erbschaftsstreit zwischen Unionsparteien, FDP und AfD, ihrem Anhang sowie ihnen nahestehender Institutionen, Medien und Intellektuellen, sollte sich die Linke mit ihren Analysen, Bilanzen und Urteilen kritisch einmischen.« So appelliert Ludwig Elm, bis 1991 Professor für Wissenschaftlichen Sozialismus an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, 1994-1998 Mitglied des Deutschen Bundestags für die PDS, in seinem Beitrag »Geschichtlicher Hintergrund, sozialdemokratische Erfahrungen und Erosion eines linken Geschichtsbewusstseins«. Er ist soeben erschienen in dem von der Rosa-Luxemburg-Stiftung Thüringen bei VSA herausgegebenen Band »Das faschistische Echo der Vergangenheit. Lehren von Weimar für linke Politik heute«.

Vom New Deal zum Green New Deal
19.1., 19:30-21:30 Uhr | Online
Der Slogan vom »Green New Deal« macht Karriere – wenn auch mit sehr unterschiedlichen Akzentuierungen. Das Spektrum reicht vom scheidenden Co-Vorsitzenden der Partei DIE LINKE, Bernd Riexinger, der für einen »linken Green New Deal« im Sinne eines »sozial-ökologischen Systemwechsels« (VSA: 2020) wirbt, bis hin zur Präsidentin der EU-Kommission, die einen »Green Deal« zum wichtigsten Ziel der EU erklärt. Und was war der New Deal der 1930er Jahre? In seinem Buch »New Deal heißt Mut zum Konflikt. Was wir von Roosevelts Reformpolitik der 1930er Jahre heute lernen können« (VSA: 2020) zieht Steffen Lehndorff (Research Fellow am Institut Arbeit und Qualifikation, IAQ) Lehren aus der US-Krisenpolitik zur Zeit der Großen Depression. Lehndorffs Online-Vortrag findet per Zoom statt: https://us02web.zoom.us/j/81795006945?pwd=T2pxaU9yS0hRYlM3Qnphd3hBTUZ5Zz09(Meeting-ID: 817 9500 6945, Kenncode: 775942).

Zwischen Überwachungs­kapitalismus und Gemeinwohlorientierung
20.1., 18:00-20:00 Uhr | Online
Künstliche Intelligenz (KI) ist in aller Munde: wahlweise als düsteres Zukunftsbild oder als technisches Lösungsversprechen für die Probleme der Gegenwart. In den letzten beiden Jahren hat sich eine Kommission des Deutschen Bundestags mit KI auseinandergesetzt. Florian Butollo (Weizenbaum Institut für die vernetzte Gesellschaft) und Jessica Tatti (MdB, LINKE) waren Teil der Enquete-Kommission »Künstliche Intelligenz – Gesellschaftliche Verantwortung und wirtschaftliche, soziale und ökologische Potenziale«. Beide kritisieren, dass die Chance vergeben wurde, das Potenzial von KI zur Gestaltung einer grundlegenden sozial-ökologischen Transformation zu untersuchen. Stattdessen wurden der Aufstieg von Tech-Konzernen zu mächtigen Monopolen, die sich beschleunigende soziale Spaltung und nicht zuletzt die Auswirkungen der Digitalisierung auf den Klimawandel nicht oder nur zu zaghaft thematisiert. Zugangslink zur Online-Diskussion via »Zoom«: https://us02web.zoom.us/j/82570111890; Meeting-ID: 825 7011 1890; paralleler Livestream auf: www.facebook.com/RLSBW/live.

Joe Biden: ein Sieger als Verlierer
20.1., 19:00-21:00 Uhr | Online
Die Biden-Präsidentschaft steht vor großen Schwierigkeiten: Donald Trumps Erbe; die Covid-19-Pandemie; eine wirtschaftliche Rezession usw. Zudem besitzen die Demokraten eventuell keine Mehrheit im Senat. Im Obersten Gerichtshof kam es zu einer starken Verschiebung nach rechts. Auch deshalb wird es für Joe Biden schwer, Trumps Politik rückgängig zu machen. Aber will er das überhaupt? Im Wahlkampf hat er sich immer wieder gegen ein öffentliches Gesundheitssystem für alle und einen Green New Deal gestellt. Was will Joe Biden im Bereich der Wirtschaftspolitik, der internationalen Beziehungen, der Rüstungsausgaben oder dem schwelenden Konflikt zwischen den USA und China ändern? Die Veranstaltung mit dem USA-Experten Ingar Solty versucht, Antworten zu finden. Livestream unter: www.facebook.com/rosalux.sachsen/live (man benötigt keinen FB-Account, um zuschauen zu können).

Marxistische Staatstheorie
27.1., 19:00-21:00 Uhr | Online
Seit den Überlegungen der marxistischen Klassiker zum Staat vor 100 Jahren hat sich viel getan. Nachdem sich der Produktions- und Vergesellschaftungsmodus des fordistischen Kapitalismus etabliert hatte, erleben wir seit einigen Jahrzehnten dessen Auflösung. Nicos Poulantzas (1936-1979) erkannte diese Prozesse schon frühzeitig und hat darauf unter anderem mit der Ausarbeitung einer modernen materialistischen Staatstheorie reagiert. Alexander Gallas (Uni Kassel) referiert über die Klassen- und Staatstheorie und Poulantzas’ Idee vom demokratischen Sozialismus. Eine Reihe von Poulantzas’ Texten sind im VSA: Verlag erschienen. Anmeldung erforderlichl: dresden@rosalux-sachsen.de.

Arm und Reich und Proteste dagegen: 1871 – 1990 – 2020
28.1., 19:30-21:30 Uhr | Online
Seit Jahrzehnten wächst die soziale Spaltung, in der Folge zerfällt der soziale Zusammenhalt der Gesellschaft. Ein ähnlicher Prozess hatte auch das deutsche Kaiserreich nach der Reichsgründung 1871 erfasst. Wie sich die Probleme ähneln, erläutert Michael Brie: Die ersten Proteste nach der Wiedervereinigung waren jene von Berliner Mieter*innen beim Aufstieg der deutschen Hauptstadt zur Metropole. Erneut betritt heute die soziale Frage als Wohnungsfrage die Bühne. Wie sich die Verhältnisse gravierend unterscheiden, weiß die Migrationsforscherin Naika Foroutan. Eine »Gesellschaft der Anderen«, so der Titel ihres neuen Buchs, sei entstanden, in der migrantische und ostdeutsche Perspektiven von der westlichen Dominanzgesellschaft verdrängt werden. Die ostdeutsche Schriftstellerin und Journalistin Jana Simon und ihr westdeutscher Kollege Christian Baron stellen einige ihrer gesamtdeutschen Erzählungen vor. Anmeldung erforderlich. E-Mail: albert.scharenberg@rosalux.org.

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Quelle: https://www.sozialismus.de/tipps_termine/