Tipps zum Hingehen und Anschauen


In Gedenken an den Todesmarsch von Hamburg nach Kiel im Jahr 1945
findet am 12. September eine Internationale Gedenkveranstaltung statt. Im April 1945 wurden annähernd 800 Häftlinge aus dem Gefängnis Fuhlsbüttel in Hamburg zum »Arbeitserziehungslager Nordmark« in Kiel-Russee getrieben, neun Häftlinge wurden von der SS erschossen (siehe den von Dietlind Kautzky und Thomas Käpernick im VSA: Verlag herausgegebenen Band »Mein Schicksal ist nur eins von Abertausenden«).
Um 11:00 Uhr am Gedenkort »Arbeitserziehungslager Nordmark« in Kiel
hält die Ministerin für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landes Schleswig-Holstein, Karin Prien, eine Gedenkansprache. Anschließend werden die Namen aller bekannten 250 Namen der zum Marsch Gezwungenen verlesen.
Um 15:00 Uhr wird in der Winkelscheune des Freilichtmuseums Molfsee
das Oratorium »Anne! Damit wir klug werden. Das kurze Leben der Anne Frank« von Marita und Reinhard Grimm wieder aufgeführt. Zitate aus dem Tagebuch der Anne Frank wechseln sich ab mit der Verlesung von Augenzeugenberichten.
Beide Veranstaltungen werden in Kooperation der Biografiengruppe »Todesmarsch Hamburg–Kiel April 1945«, dem Landesbeauftragten für politische Bildung des Landes Schleswig-Holstein und mit Unterstützung des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes und des Arbeitskreises zur Erforschung des Nationalsozialismus in Schleswig-Holstein durchgeführt. Weitere Infos gibt es hier.


Aktuelle Ausstellungen und Begleitbücher zur Produkt­gestaltung
in der DDR und der Bundesrepublik

Bemerkenswert ist, dass 30 Jahre nach Ende der DDR mit diversen Ausstellungen an Alltags-Designerinnen und -Designer von dort erinnert wird.

Bis zum 3. Oktober 2021 ist in den Kunstsammlungen Chemnitz
(Theaterplatz 1, 09111 Chemnitz) die Ausstellung
simson, diamant, erika | Der Formgestalter Karl Clauss Dietel
zu sehen. Der Titel spielt an auf Produktnamen aus der DDR, die mit dem Lebenswerk des Chemnitzer Formbildners verbunden sind, der als einziger Gestalter aus der ehemaligen DDR 2014 für den Entwurf des Wartburg 353 den Designpreis der Bundesrepublik Deutschland erhielt. Parallel erscheint die Publikation »karl clauss dietel – die offene Form« von Walter Scheiffele und Steffen Schuhmann bei SpectorBooks Leipzig (398 Seiten, 42 €).

Das Museum für Kunst und Gewerbe in Hamburg (Steintorplatz, 20099 Hamburg)
zeigt bis zum 24. Oktober die Ausstellung
Schönheit der Form | Die Designerin Christa Petroff-Bohne,
deren Entwürfe für die Industrie eine zeitgemäße Formgebung in die Alltagskultur der jungen DDR brachten. Unter dem gleichen Titel haben Silke Ihden-Rothkirch, Angelika und Jörg Petruschat im Verlag form + zweck einen reich bebilderten Begleitband herausgegeben (288 Seiten, 49 €).

Vom 23. September 2021 bis zum 7. Februar 2022 wird im
Werkbundarchiv – Museum der Dinge (Oranienstr. 25, 10999 Berlin) die Ausstellung
Alltag formen! Bauhaus-Moderne in der DDR
zu sehen sein, die bereits 2019 vom Museum Utopie und Alltag, Eisenhüttenstadt gezeigt wurde. In ihr sind Objekte der Alltagskultur zu sehen und es werden ihre Gestalter:innen vorgestellt, die in der Tradition und für die Weiterentwicklung der Gestaltungsprinzipien des Bauhauses und anderer moderner Designrichtungen stehen. Zugleich zeigt die Ausstellung den widersprüchlichen Umgang der DDR mit diesem Erbe. Der gleichnamige Begleitband erschien bei M BOOKS, Weimar (160 Seiten, 28 €).
Bereits Ende August geschlossen hat im Werkbundarchiv leider die Ausstellung
die frühen jahre. mart stam, das institut und die sammlung industrielle gestaltung
über das Institut für industrielle Gestaltung an der Hochschule für angewandte Kunst in Berlin-Weißensee, die u.a. zeigte, wie der kommunistische Gestalter Mart Stam »am Geschmack von Walter Ulbricht scheiterte« (FAZ vom 6.8.2021). Nachzulesen ist dies und vieles andere mehr aber in der gleichnamigen Begleitpublikation, herausgegeben von Cornelia Hentschel, Walter Scheiffele, Jens Semrau im Auftrag der Stiftung Industrie und Alltagskultur, erschienen im Lukas Verlag Berlin (220 Seiten, 36 €).

»Weniger, aber besser« lautet das Credo eines bundesrepublikanischen Industriedesigers, dessen für die Fa. Braun entworfene Kaffee­maschinen, Taschenrechner, Rasierer und Uhren durch viele Hände von BRD-Bürger:innen gegangen sein dürften. Ihm widmet das
Museum für angewandte Kunst in Frankfurt a.M. (Schaumainkai 17)
bis zum 16. Januar 2002 die Ausstellung
Dieter Rams | Ein Blick zurück und voraus
Parallel dazu erschien im Phaidon Verlag Berlin das von Klaus Klemp zusammengestellte »dieter rams. werkverzeichnis« (344 Seiten, 45 € in der Ausstellung, 49,80 € im Buchhandel).

Derzeit keine Termine vorhanden!

Quelle: https://www.sozialismus.de/tipps_termine/