Finanzkrise, Überakkumulation und die Rückkehr des Staates
Supplement der Zeitschrift Sozialismus 12 / 2008
56 Seiten | 2008 | EUR 4.20
ISBN 978-3-89965-948-1
"Abgesehn von dem Aktienwesen ... bietet der Kredit dem einzelnen Kapitalisten oder dem, der für einen Kapitalisten gilt, eine innerhalb gewisser Schranken absolute Verfügung über fremdes Kapital und fremdes Eigentum und dadurch über fremde Arbeit. Verfügung über gesellschaftliches, nicht eignes Kapital, gibt ihm Verfügung über gesellschaftliche Arbeit. Das Kapital selbst, das man wirklich oder in der Meinung des Publikums besitzt, wird nur noch die Basis zum Kreditüberbau." (Karl Marx, Das Kapital, Band III)
"Was hier vorgeschlagen wird, ist nicht die Verstaatlichung privater Unternehmen, sondern vielmehr eine Übernahme der Regierung durch Privatunternehmen. Die Verbindung hoch konzentrierter Unternehmensmacht mit einem autoritären Staat, der die politisch-ökonomische Elite auf Kosten des Volkes bedient, muss korrekterweise als ›Finanz-Faschismus‹ bezeichnet werden." (Robert Scheer, Financial Fascism, The Nation, 24.9.2008)
"Jetzt, da völlige Unklarheit darüber herrscht, was ist und was nicht ist, kann nur der Staat noch dezionistisch verfügen, dass etwas und nicht vielmehr nichts existiert. Wenn je, dann gilt heute der Satz von Friedrich Engels: ›Das Wesen des Staates ist die Angst der Menschen vor sich selbst.‹" (Frank Schirrmacher, Was wird morgen sein?, FAZ, 11.10.2008)
"Ohne 'Angst' verliert der Markt jede Vernunft." (Roland Koch, Versagt hat nicht die Marktwirtschaft, FAZ, 22.10.2008)
Joachim Bischoff ist Ökonom und Mitherausgeber der Zeitschrift Sozialismus. Letzte Buchveröffentlichung: Globale Finanzkrise. Über Vermögensblasen, Realökonomie und die "neue Fesselung" des Kapitals, Hamburg 2008.
Stephan Krüger arbeitet seit Anfang der 1990er Jahre als Unternehmensberater für Belegschaften und ihre Repräsentanten (Betriebsräte, Arbeitnehmervertreter in Aufsichtsräten und Gewerkschaften). Letzte Buchveröffentlichung: Konjunkturzyklus und Überakkumulation. Wert, Wertgesetz und Wertrechnung für die Bundesrepublik Deutschland, Hamburg 2007.
Karl Georg Zinn ist emeritierter Hochschullehrer der Volkswirtschaftslehre der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Letzte Buchveröffentlichung: Die Keynessche Alternative. Beiträge zur Keynesschen Stagnationstheorie, zur Geschichtsvergessenheit der Ökonomik und zur Frage einer linken Wirtschaftsethik, Hamburg 2008.
Inhalt:
Karl Georg Zinn
Zwischenbilanz: Beschleunigte Talfahrt der Realwirtschaft
Die langfristige Wachstumsabschwächung wurde spekulativ überdeckt
Stephan Krüger
Finanzmarktkrise: Der Umschlag des Kredit- in das Monetarsystem
Einordnung in langfristige Entwicklungstendenzen der Kapitalakkumulation
Joachim Bischoff
Der große Crash und der bürgerliche Staat



